Mit dem Wohnwagen in die Tropen? … geht in 20 Minuten und ohne zu blinken

Stehst du kurz vor deinem ersten Wohnwagenurlaub?

Die Checkliste hast du vollständig abgehakt, Gewichtsprobleme kennst du nicht (mit deinem Gespann) und das Vorzelt kannst du im Schlaf aufbauen?

Die Sonne scheint, dein Tank ist voll und die Kinder sitzen entspannt im Auto?

Dann hast du vieles richtig gemacht – bei uns lief es erstmal anders.

Das erste Mal “unterwegs” mit dem Wohnwagen

Zu Ostern 2016 wollten wir unser erstes Wohnwagenabenteuer wagen. Tatsächlich war es ein Einstieg für Angsthasen – über die Feiertage ging es nur ca. 10 km weit bis auf den Campingplatz des Tropical Islands Resorts.

Ein Katzensprung. Außerdem ein Ziel, das wir bestens kennen und mögen.

Trotzdem gab es genügend Zweifel. Haben wir alles nötige dabei? Wird das Wetter (Ende März) mitspielen und falls nicht, genügt uns die Heizung?Schließlich war es das erste Mal.

Entlich hatten wir alles zusammen und konnten starten. Ich musste nur noch den Wagen ankoppeln und die Beleuchtung prüften.

Und?

Nichts!

Kein Licht, kein Blinker, einfach nichts.

Frau und Kinder sitzen ungeduldig im Auto, und alles schaut auf mich.

Das fängt ja gut an!

Hätte ich alle aussteigen lassen und in die Werkstatt fahren sollen? Ja natürlich, willst du jetzt vielleicht sagen. Ich konnte es nicht.

Nach kurzer Beratung mit Mandy sind wir einfach losgefahren. Statt der Direktverbindung über die Autobahn haben wir die wenig befahrene Landstraße genommen.

Ich war zwar kurz vorm Nervenzusammenbruch (bisher hat das Licht wirklich immer funktioniert), aber glücklicherweise war der Weg nicht weit. Ich hätte sowieso nur viermal blinken müssen (4 Kreuzungen bis zum Ziel), beim Bremsen und Abbiegen war aber Vorsicht geboten.

Auf in die Tropen

Voll bepackt wippten und schaukelten wir also ohne Anhängerbeleuchtung unserem Ziel entgegen.

Dort der erste Lichtblick. Der Check-in verlief problemlos und die auffallend freundlichen, gut gelaunten Campingplatz-Mitarbeiter ließen auch bei mir Urlaubsstimmung aufkommen.

Der Wagen war schnell eingeparkt und der große Abenteuerspielplatz grenzte direkt an unsere Parzelle. Die Kids waren also fürs Erste beschäftigt, sodass wir Eltern uns um das Organisatorische kümmern konnten.

dethleffs 530TK mit Zelt
Wohnwagen mit Zelt

Dank tatkräftiger Hilfe (meine Schwiegereltern besuchten uns zu Ostern) ging der Vorzeltaufbau relativ schnell.

Ich kann dir nur empfehlen den Aufbau zu üben. Als ich das zum ersten Mal gemacht habe, habe ich 3 Stunden gebraucht. Jetzt, beim zweiten Mal, dauerte es nur halb so lange. Die Lernkurve setzte sich fort und mittlerweile benötige ich allein noch etwa 45 Minuten.

Der Campingplatz

Wir sind Tropical Islands Fans.

Das muss ich fairerweise dazu sagen, wenn ich dieses Urteil hier abgebe. Doch das kommt nicht von ungefähr denn die Halle ist ein toller Ort.

Sie bietet angenehm warmes Klima, viele Spiel- und Bademöglichkeiten für Kinder und Erwachsene, eine riesige Saunalandschaft und sie ist einfach besonders – schon durch ihre imposante Erscheinung.

Auch der Campingplatz kann sich sehen lassen. Es gibt große, modern ausgestattete Parzellen, die sanitären Einrichtungen sind vorbildlich gepflegt und der fantasievoll angelegte Spielplatz ist ein Abenteuer für die Kinder.

Der Haken ist der Preis, denn der ist heftig.

Wenn du das Geld aber übrig hast, dann bekommst du hier auch etwas dafür.

Natürlich haben wir uns bewusst dazu entschieden unseren ersten Caravan-Urlaub hier zu verbringen. Es war nicht weit, die Kinder hatten genügend Beschäftigung und man konnte sich jederzeit in der Halle aufwärmen, falls es im Wagen kalt weden sollte.

Es gab also wenig, was schief gehen konnte.

Lessons learned

Zu Beginn der Reise war vieles unklar. Das Gute am Ausprobieren sind dann aber die Erfahrungen. Für uns waren es Folgende:

  • Erwarte das Unerwartete.
    Nach dem Ausfall der Beleuchtungsanlage war ich nahe an der Verzweiflung. Sicher, man kann nicht an alles denken. Trotzdem sollte man sich selbst den Gefallen tun und wichtigsten Checks frühzeitig durchführen. Von nun an prüfe ich die Funktion der Technik an Caravan und Zugmaschine bevor die Familie ungeduldig im Auto sitzt.
  • Die Zugmaschine muss stark genug sein.
    Nur weil das Auto theoretisch zum Ziehen des Wagens zugelassen ist, ist das Gespann noch lange nicht sinnvoll. Die Zugmaschine sollte schwer genug und ausreichend motorisiert sein.
  • Die Gas-Heizung macht den Wagen ausreichend warm.
    Den Heizlüfter können wir beim nächsten Mal zuhause lassen.
  • Der Umbau der Sitzgruppe nervt irgendwann.
    Wenn du im Wohnwagen essen willst, dann empfehle ich einen Caravan mit separaten Betten. Oder du legst den Urlaub gleich auf die warme Zeit des Jahres und isst draußen.
  • Das Vorzelt ist praktisch, bringt aber auch Probleme.
    Vor allem bietet es eine Menge Platz. Hier kann man nasse Sachen trocknen und diverse Gegenstände (Spielzeug, Getränke usw.) zwischenlagern.
    Grundsätzlich wird ein Vorzelt nur Sinn machen, wenn man den Urlaub an einem festen Platz verbringt. Wenn du ständig den Ort wechselst, kannst du dir das Zusatzgewicht sparen, weil der Aufbau dann zuviel Zeit beansprucht.
    Auch habe ich mir stets Sorgen wegen des Windes gemacht.
    So ein Zelt muss sehr gewissenhaft abgespannt sein, sonst kann es bei Sturm starke Beschädigungen am eigenen Wagen oder bei den Nachbarn verursachen. Dazu braucht man vernünftiges Equipment (Seile mit Stahlfedern, Sturmheringe, einen Hammer,…), was ich natürlich nicht hatte.

Fazit

Alles in allem war es ein durchwachsenes erstes Camping-Abenteuer mit gutem Lerneffekt und die defensive Herangehensweise (kurze Entfernung) hat sich in jedem Fall ausgezahlt.

Wie sich später herausgestellt hat, war die Anhängerkupplung defekt. Das Problem mit der Beleuchtung würde sich also mit der Anschaffung unseres neuen Familienautos erledigt haben.

Krankheit (Rudi und ich) und Wetter haben die Stimmung ein wenig getrübt. Die tolle Umgebung und die Spannung bei unserem ersten Camping-Abenteuer haben uns aber trotzdem viel Spass bereitet.

Das zweite Mal ging es mit dem Wohnwagen schon ganze 15 km weiter. Zum Kindertag sind wir nach Lübbenau gefahren. Wie es uns dort ergangen ist, erfährst du im nächsten Artikel.

 

Hast du Fragen oder Anmerkungen? Dann hinterlasse doch einfach einen Kommentar oder schreib uns eine E-mail. Wir freuen uns in jedem Fall über Feedback.

Danke für dein Interesse und bleib uns gewogen

Viele Grüße Deine Entdeckerfamilie

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