Kindertag 2016 im Spreewald – oder stören wir etwa?

Kennst du auch das Gefühl, wenn dein Kind sich nicht die Bohne um seine Lautstärke schert, du aber von allen Seiten genervte Blicke erntest? Oder ist das nur meine Wahrnehmung, die der eigenen Unsicherheit geschuldet ist?

Camper sind tolerante Menschen.

So sagt man.

Gerade auf Campingplätzen ist der Abstand zum Nachbarn ja ziemlich klein. Kinder wollen meistens toben (laut) während es Erwachsenen oft um die Ruhe geht, gerade in der Natur. Passt das zusammen?

Im zweiten Teil unserer Serie über unsere Wohnwagenerfahrungen in 2016 haben wir die Kinder mit einem Kurzausflug überrascht. Es war Anfang Juni 2016, der Sommer stand vor der Tür und der Wohnwagen sollte endlich wieder aus der Scheune geholt werden.

Wir könnten die Drei doch zum Kindertag spontan aus der Kita nehmen und auf einem Campingplatz in der Nähe bleiben. Ich hatte Urlaub und Mandy konnte von dort aus zur Arbeit fahren.

Natürlich kam die Überraschung gut an und so waren wir am frühen Nachmittag unterwegs ins 25 km entfernte Lübbenau. Der kleine Campingplatz im Spreewald liegt wunderschön, direkt am Fließ und in Spaziernähe zu Schloss und Hafen.

Es ist auch der erste Einsatz unseres neuen Zugfahrzeugs – der Unterschied ist extrem. Verglichen mit unserem alten Doblo fühlt es sich an, als wäre der Caravan gar nicht da. Nichts wippt oder schaukelt, die Beschleunigung ist super.

Wer Hilfe braucht, soll einfach mal fragen.

Als wir zu unserer Parzelle kamen, mussten wir kurz schlucken. Ziemlich eng. Das Feld ist mit Hainbuche abgegrenzt, nur ein kleiner Eingang ist offen. Glücklicherweise halfen uns die umstehenden Leute sofort sehr freundlich beim Schieben.

Im Tropical Islands hatte das Blockfeld keine Begrenzungen – ich konnte also bequem rückwärts einparken. Hier stand die Hecke im Weg und auch der Boden war recht sandig. Für Mandy und mich allein wäre das wohl ziemlich schwierig geworden.

Wie uns die Helfer versichern, bekommt man diese Art Hilfe auf Campingplätzen schnell – bei Bedarf einfach fragen. Wer allerdings frei stehen will, muss im Notfall selbst eine Lösung parat haben. Für solche Fälle gibt es Rangierhilfen, sogenannte Mover. Mit ihnen kann man den Caravan elektrisch per Fernbedienung steuern.

Stören wir?

Als der Wagen stand und wir uns umsahen, wurden wir auch gleich belohnt. Die Lage war toll. Wir standen direkt am idyllischen Fließ und gleich neben dem Spielplatz, den die Kinder auch sofort beschlagnahmten.

Natürlich kamen auch andere Kinder auf den Spielplatz und unsere Drei fanden schnell Anschluss. Allerdings hörte man irgendwie nur sie.

Mir ist es immer etwas unangenehm, wenn die Kinder mit dieser Wahnsinnslautstärke toben. Klar, es sind Kinder, aber für viele hört der Spaß irgendwann auf. Leider bin ich noch nicht so locker, dass ich da einfach darüber stände.

Dazu passte auch das Hinweisschild:

…Benutzung zwischen 10 und 20 Uhr…

Na toll.

Unsere Kinder sind um 5:30 wach, was machen die wohl so lange? Es schien ganz so, als müsste ich wieder daneben stehen und sie ständig ermahnen, doch bitte nicht zu laut zu werden.

Regeln auf dem Spielplatz
bis 10 Uhr soll wohl im Caravan gespielt werden…?

Ich habe das nicht getan und es hat sich auch niemand beschwert. Trotzdem gibt mir ein solches Schild ein ungutes Gefühl und das will ich einfach nicht haben. Ich will mir nicht ständig Sorgen machen, ob wir vielleicht stören könnten.

Warum immer in die Ferne schweifen?

Wir hatten noch 3 tolle Tage auf dem Campingplatz. Am Donnerstag bummelten wir durch den Lübbenauer Hafen, mit Freikarten fuhren wir am Freitag wieder ins Tropical Islands, und am Samstag besuchten wir das Spreewalddorf Lehde samt Museum.

So nah vor unserer Haustür wurde so viel geboten, unser Plan kurze spontane Ausflüge in der Nähe zu machen ist hier voll aufgegangen.

Lessons learned

  • Der Wohnwagen ist schwer.
    Auf festem Untergrund kann ich ihn zwar allein bewegen, den hat man aber nicht immer. Außerdem ist es an engen Stellen fast unmöglich mit dem Auto zu rangieren. Ein Mover macht absolut Sinn, gerade wenn man Campingplätze meiden möchte.
  • Wo viele Menschen auf engem Raum zusammen kommen, muss man Rücksicht nehmen.
    Zwar gab es in diesem Fall keine ernsten Probleme, aber will ich mir da ständig Gedanken machen? Entweder muss ich lockerer werden oder wir müssen eher da stehen, wo wenig los ist, vorzugsweise frei. Vielleicht von beidem etwas.

Auch bei unserem zweiten Ausflug haben wir wieder viele Dinge gelernt. Natürlich muss ich als Vater und als Camper ruhiger werden. Auch geht nicht immer alles perfekt und zügig nach Plan. Wir sollten mit Geduld an unsere Aufgaben gehen und uns nicht scheuen um Hilfe zu bitten, wenn wir sie brauchen.

Hast du Fragen oder Anmerkungen? Dann hinterlasse doch einfach einen Kommentar oder schreib uns eine E-mail. Wir freuen uns in jedem Fall über Feedback.

 

Danke für dein Interesse und bleib uns gewogen

Viele Grüße von Deiner Entdeckerfamilie

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